30 Jahre Kammerphilharmonie Hamburg

Ümit Önder: Uraufführung, Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3,
Bruckner: Adagio (aus WAB 112), Villa-Lobos: Bachianas Brasileiras Nr. 5,
Tschaikowsky: Souvenir de Florence op. 70

Nadja Merzyn (Sopran), Alexander Letsch (Leitung)

Die Kammerphilharmonie Hamburg wird 30 Jahre alt. Seit über 25 Jahren ist sie bei uns regelmäßig zu Gast und begeistert mit interessanten Programmen, die engagiert und feinsinnig dargeboten werden. Dabei wird ihr Spiel nie Routine, denn genau darum geht es: auch wenn viele der Mitglieder seit Jahren in bedeutenden Orchestern spielen, besteht doch für sie der Reiz, außerhalb des Dienstes eigene musikalische Wege zu gehen und in Gemeinschaft mit anderen Neues und Ungewohntes auszuprobieren, sich dabei gleichzeitig inspirieren zu lassen und wiederum von den Erfahrungen zu profitieren und die eigenen weiterzugeben. So hat sich im Laufe der Zeit das Ensemble immer wieder erneuert und verjüngt. Werden in der Regel die Solopartien aus den eigenen Reihen besetzt, was kein Problem ist, da alle Mitglieder über entsprechende Qualitäten verfügen, wurden hin und wieder auch Gäste dazu geladen, so z.B. Nora Chastain, Elisabeth Kufferath, Ariel Horowitz (Violine) wie auch Silke Aichhorn (Harfe), David Geringas, Thomas Demenga (Violoncello) und Toon Fret (Flöte). Ebenso gab es immer wieder Dirigenten aus den eigenen Reihen, die sich im Laufe der Zeit untereinander ablösten. Organisiert wird das Orchester durch ein Team. Es ist aber kein „Telefonorchester“, sondern dargeboten wird stets nur, was in kompakten Probenphasen miteinander in der dann feststehenden Gruppe gründlich erarbeitet wird. Das setzt großes Engagement voraus und natürlich eine flexible Spielfähigkeit. So ist die stetige Qualität garantiert, die nicht in Selbstgenügsamkeit verharrt. Wir erleben es, und mit jedem Mal steigert sich die Vorfreude auf das nächste Mal. Für dieses Jubiläumsjahr entstand als Auftragskomposition ein Werk des bekannten und vielfach ausgezeichneten türkischen Komponisten Ümit Önder, der mit Film- und Weltmusik vielfach in Erscheinung getreten ist. Das Werk trägt den Titel „Deniz“ (deutsch: „Das Meer“). Bemerkenswert auch hier die enge Verbundenheit des Komponisten mit der Kammerphilharmonie Hamburg: seit 10 Jahren wirkt er als Geiger in dem Ensemble mit. Er kennt es also von innen und weiß, was ihm „auf den Leib“ geschrieben werden mag. Der Klang des Streichorchesters wird an dem Abend schließlich noch durch die Stimme von Nadja Merzyn gekrönt, die in den Bachianas Brasileiras No. 5 von Heitor Villa-Lobos das Sopransolo singen wird.

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DES STIFTUNGSFONDS SCHÖNBERGER MUSIKSOMMER.

Foto: Heiko Preller

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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