Abschlusskonzert des 36. Schönberger Musiksommers

in Memoriam Thomaskantor a.D. Georg Christoph Biller

Johann Sebastian Bach: „Brich dem Hungrigen dein Brot“ BWV 39
Franz Schubert: Messe Es-Dur

Brita Rehsöft (Sopran), Julia Hallmann (Alt), Joachim Duske, Aram Mikaelyan (Tenor), Thomas Wittig (Bass), Kirchenchor St. Laurentius Schönberg,
Strelitzer Kammerorchester, KMD Christoph D. Minke (Leitung)

Die Aufführung der Schubert-Messe Es-Dur musste pandemiebedingt zwei Mal verschoben werden. War ihre Aufführung zunächst als Gegenpol der zuvor aufgeführten h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach gedacht und für das Konzertprogramm mit Musik des Jubilars Ludwig van Beethoven verbunden worden, ging der zweite Anlauf im vergangenen Jahre von einer kleiner besetzen und als Programm kürzer gefassten Konzertveranstaltung aus. Und mitten in die Planungen für die Aufführung in diesem Jahr fiel dann die Nachricht vom Tode unseres Schirmherrn, dem ehemaligen Leipziger Thomaskantor Georg Christoph Biller. Somit stand der Gedanke im Raum, eines unserer Konzerte seinem Andenken zu widmen. Die Schubert-Messe mit ihrem ernsten, ja manchmal zweifelnden Grundton und in ihrer Eigenschaft als eine sehr persönliche Glaubensauseinandersetzung bot sich an. Und nun war es auch klar, dass Musik von Johann Sebastian Bach das Programm vervollständigen musste. Die für den Eröffnungsgottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis entsprechend turnusgemäß ausgewählte Kantate „Brich dem Hungrigen dein Brot“ war Georg Christoph Biller sehr ans Herz gewachsen. Die Eindringlichkeit ihrer Aussage in Text und Musik beleuchtet die Suche nach dem rechten Weg auf ihre Weise. Und wenn auch 100 Jahre zwischen den beiden Kompositionen liegen, darüber hinaus eine Konfessionsgrenze, zeigen doch beider Werke kompositorische und klangliche Finessen, dass das Wahre, Gute, Schöne aus einer gemeinsamen Quelle zu strömen scheinen. Und damit schließt sich auch der Kreis für den gesamten Schönberger Musiksommer 2022, in dem so Vielfältiges und Unterschiedliches vereint war – und zusammengehört.

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DER IHLENBERGER ABFALLENTSORGUNGSGESELLSCHAFT MBH .

Das Strelitzer Kammerorchester

Der Name des Orchesters des Schönberger Musiksommers erinnert an die bis ins 18. Jahrhundert reichende Tradition der Strelitzer Hofkapelle und den Umstand, dass Schönberg als Mittelpunkt des ehemaligen Fürstbistums Ratzeburg lange Zeit zum Strelitzer Teil Mecklenburgs gehörte, wiewohl Mecklenburg-Schwerin viel näher lag und das Land Ratzeburg zu einer Exklave wurde.

Das Strelitzer Kammerorchester besteht bis heute z.T. aus Mitgliedern des Anfang der 90er Jahre aufgelösten staatlichen Ensembles am Landestheater Neustrelitz, denen sich in der Folgezeit Musikerinnen und Musiker aus dem Lübecker Raum sowie aus Vorpommern angeschlossen haben.

Gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Laurentius sind im Laufe der Jahrzehnte vielerlei Produktionen zur Aufführung gelangt – von den jährlichen Aufführungen des Bach’schen Weihnachtsoratoriums über Uraufführungen zeitgenössischer Werke bis hin zu größer besetzten Oratorien wie z.B. dem Brahms-Requiem, „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr, „Missa coronationalis“ von Franz Liszt oder dem „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, auch absolvierten sie gemeinsam im Jahre 2019 mit der h-Moll-Messe von Bach eine Tournee nach Spanien. Mitunter werden auch in kleinerer oder solistischer Besetzung und unter Hinzuziehung spezialisierter Instrumentalisten und Solistinnen Werke der Alten Musik, z.B. von Heinrich Schütz oder Dieterich Buxtehude, zu Gehör gebracht.

Die Konzertmeisterin des Orchesters ist Varina Grondkowski.

Foto: Heiko Preller

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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