Bach: Weihnachtsoratorium

Bach: Weihnachtsoratorium

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Weihnachtsoratorium (Teile I + II) BWV 248
Gloria in excelsis (aus Messe h-Moll) BWV 242

Sopran: Brita Rehsöft
Alt: Meinderd Zwart
Tenor: Tim Karweick
Bass: Wolfram Teßmer

an der Van-der-Linden-Orgel: Domkantor KMD Jan Ernst
Strelitzer Kammerorchester

Leitung: KMD Christoph D. Minke

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, viel geliebt und viel gespielt, und so soll es auch in Schönberg wieder erklingen. Am II. Weihnachtsfeiertag, also Mittwoch, 26. Dezember 2018 beginnt es in der St.-Laurentius-Kirche um 18 Uhr mit dem berühmten Paukenschlag.

Während der I. Teil die Aufforderung zum Lobpreis in den Mittelpunkt stellt, begründet mit dem Geschehen der Geburt des Gotteskindes und der Rückblende auf die Sehnsucht nach diesem, schildert der II. Teil das Eins-Werden von Himmel und Erde: der Gesang der Engel, der die Hirten veranlasst, nicht nur das Kind zu suchen, sondern selbst zu Verkündigern zu werden.

Das Besondere am Bach’schen Weihnachtsoratorium ist, dass es nicht nur die Weihnachtsgeschichte erzählt, sondern quasi bei jeder Aufführung neu geschehen lässt.

Der Engelsgesang von Bethlehem war der Ausganspunkt des großen altkirchlichen Lobgesanges, der weiterspinnt, was die Engel begonnen haben. Mit seiner lateinischen Sprache steht er für seine weltumspannende Gültigkeit. Und so fügt sich an die beiden Teile des Weihnachtsoratoriums wie selbstverständlich das Gloria aus der h-Moll-Messe, wie wir in diesem Jahr die Aufführung abrunden wollen.

Wird im Schlusschoral des II. Teiles, in dem der Engelsgesang mit dem Menschengesang sich verwebt, empathisch bekannt:

„Wir singen dir in deinem Heer / Aus aller Kraft, Lob, Preis und Ehr, / Dass du, o lang gewünschter Gast, / Dich nunmehr eingestellet hast“, folgt im Gloria-Gesang eine ganze Auflistung, der die Heilsgeschichte seit Anbeginn in großer Pracht entfaltet.

Geübte Hörerinnen und Hörer des Weihnachtsoratoriums hören vielleicht im Geiste beim Lauschen des „Gloria in excelsis“ im Hintergrund ein Rauschen, da es sonst an dieser Stelle, wenn der III. Teil heißen würde:

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, / Laß dir die matten Gesänge gefallen, / Wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht!“

Das kann befreien – hier die große Klangentfaltung, und doch das Bewusstsein für das Unvollkommene. Zu große Erwartungen an sich und an andere führen zur Enttäuschung. Weihnachten ist oft von vielen Erwartungen überfrachtet. Aber worum es wirklich geht ...

Mit einem Besuch unseres Weihnachtskonzertes mit der wundervollen Bach’schen Musik in unserer kleinen Stadt mögen Sie – egal, aus welcher Situation Sie kommen – vielleicht die Spur weiterverfolgen oder ganz neu finden.

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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