Igor Strawinsky „DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN“

mit Hyung-Ki Joo, Frederic Böhle und dem Ensemble D’Accord, Christoph Skupin (Trompete), Michael Israelievitch (Percussion), Sofija Molchanova (Klarinette), Eduardo Calzada (Fagott), Martina Trumpp (Violine), Josef Semeleder (Kontrabass)

Musik in der Kirche - Theater in der Kirche: Die „Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky (1882 – 1971), ein Musiktheaterstück, das mit nur einem Schauspieler und sieben Instrumenten besetzt ist. Es scheint reduziert und ist doch komplex bis in die Details. Opulent schon wirkt die Handlung, die - von einem russischen Märchen inspiriert – vom Schweizer Autor Charles Ferdinand Ramuz (1887 –1947) in Worte gefasst wurde. Titel, Geschichte und Entstehungszeit (1917/18) legen nahe, dass es den Verfassern durchaus um die damals – und noch heute – aktuellen Fragen ging, die des Heimat- oder Unschuldsverlustes, der nicht mehr rückgängig zu machenden Grenzüberschreitungen, der Sehnsucht nach Heilung und nach Frieden...

Martina Trumpp, seit Jahren immer wieder mit ihrer Violine bei uns zu erlebende Künstlerin, ist es zu verdanken, dass diese Produktion nun auch in Schönberg gezeigt werden kann. Kein Geringerer als Hyung-Ki Joo, bekannt vor allem durch seine originellen Auftritte als Klaviervirtuose, wird den Part des Vorlesers übernehmen, wobei in der Weise, wie er ihn ausfüllt, der Begriff „Vorleser“ doch irgendwie untertrieben wirkt. Die in der Musik anklingenden Formen werden ebenso gesprengt, Märsche lassen sich nicht marschieren, der Choral nicht recht singen, die Tänze nicht tanzen...

Man glaubt nicht, dass diese Musik, dieses Stück schon über 100 Jahre alt ist!

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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