Schola Gregoriana Pragensis

Musik des 14. Jahrhunderts: Guillaume de Machaut «Missa de beata virigne»

Wie klingt eigentlich die Musik aus der Zeit, als das heute älteste Gebäude unserer 800-jährigen Stadt errichtet wurde? Was wurde gespielt, was wurde gesungen? Mit der Schola Gregoriana Pragensis gehen wir ganz auf den Anfang zurück und erleben die Rekonstruktion der Missa de Beata Virgine von Guillaume de Machaut (um 1300-1370). Da um diese Zeit bereits in Schönberg ein Bischof residierte, können wir davon ausgehen, dass Musik dieses Niveaus hier nicht unbekannt war. Auch die Verbindung nach Prag ist kein Zufall, war es doch der in Prag residierende Kaiser Karl IV., der dem damaligen Fürstbistum die Reichsunmittelbarkeit bestätigte – aber das war schon nach Guillaumes Tätigkeit in Prag... Als Musiker war Guillaume de Machaut ein Neuerer. Das, was in großen Domen noch nicht offiziell gespielt werden konnte, fand buchstäblich seine Nische in Votivmessen – Experimentierfeld für die Komponisten der „Ars nova“. Die im Konzert erklingende Missa Notre Dame, entstanden um 1360/65, gilt als die erste vollständige vierstimmige Vertonung des Mess-Ordinariums (die stets fest stehenden Teile der Messe) als Zyklus.

Die Schola Gregoriana Pragensis ist spezialisiert auf die Musik des Mittelalters. Für unsere Ohren klingt diese Musik ungewohnt, wenn nicht modern. Für Ausführende wie Zuhörende ist es äußerst spannend, an einem praktisch authentischen Ort diesen Klängen nachzugehen und zu bedenken, was alles seither hier erklungen ist.

Ein Gruß aus Prag

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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