Marais-Consort: „...IN SONDERHEIT AUFF FIOLEN ZU GEBRAUCHEN...“

Musik von William Brade (1560-1630)
Brian Franklin, Hermann Hickethier, Katharina Holzhey, Irene Klein, Hans-Georg Kramer (Violen da gamba) und Ingelore Schubert (Cembalo)

Haben wir zuvor im Ausschwärmkonzert das klassische Streichquartett erlebt und Andreas Voss mit der Geschichte des Violoncellos, wenden wir uns im letzten der regulären Dienstagskonzerte der Viola da gamba zu. Wie das Cello fand die Gambe sowohl als Solo- wie auch als Ensembleinstrument breite Verwendung und war vom musikalischen Alltagsgebrauch bis hin zu den Höhen virtuoser Soli vor allem vom 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhundert eine bestimmende Größe. Nun hören wir in Schönbergs erlesener Akustik gleich derer fünf in allen Lagen von Bass bis Sopran, d.h. im Quintett.

Anno 1590 kam der junge Virtuose William Brade mit englischen Komödianten nach Hamburg. Eine beispiellose Karriere führte ihn zunächst an den Hof Christians IV. nach Kopenhagen, wo er John Dowland und Samuel Scheidt kennenlernte. Die Kapellen zu Berlin, Bückeburg, Hamburg, Halle und Güstrow waren weitere Stationen auf dem Wege des mittlerweile zum gefragten Virtuosen und Starkomponisten avancierten Brade. Am Gottorfer Hof fand der Künstler mit der dortigen Hofkapelle ein musikalisches Umfeld, das ihn zu kompositorischen Höchstleistungen brachte. Hier wurde William Brade zum „Mozart der Spätrenaissance“! Die charakterliche Ähnlichkeit dieser beiden Musikerpersönlichkeiten drückte sich auch in ihren Kompositionen aus: ihr genialer Einfallsreichtum führte zu Melodien, die man spontan im Gedächtnis behält. Als Menschen waren beide gleichermaßen beliebt, bewundert und gehasst, schrecklich und liebenswürdig zugleich...

Ort: St.-Laurentiuskirche Schönberg

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