Violoncello & Klavier

Emanuel Moór: Sonate op. 22, Johannes Brahms: Sonate e-Moll op. 38,
Richard Strauss: Sonate F-Dur op. 6
David Stromberg (Violoncello), Florian Uhlig (Klavier)

Mit freundlicher Unterstützung von Feldtmann kulturell Hamburg und dem Piano-Haus Kunze, Schwerin

„Con Brio“ / „Mit Feuer“ – so ist das Programm für Violoncello und Klavier überschrieben. Der Programmtitel drückt aus, was die Musik dieses Konzertprogrammes ausmacht: die musikalische Leidenschaft und ihr romantischer Ausdruck. Denn die Kammermusik für Violoncello und Klavier lebt aus dem Kontrast der Klangfarben beider Instrumente. Das Klavier, bei dem die Saiten angeschlagen werden, und das Cello, bei dem die Saiten gestrichen werden, gehen eine innige Verbindung ein. Der musikalische Dialog dieser verschiedenen Partner hat diese Kombination zu einer der beliebtesten Gattungen der Kammermusik gemacht. Wir, die Veranstalter des Schönberger Musiksommers, freuen uns, diese wunderbare Konstellation mit einem erlesenen Programm, dargeboten von erstrangigen Künstlern, in St. Laurentius anbieten zu können. Das Konzert bildet das Gegenstück zum zwei Wochen später stattfindenden Abend mit Kammermusik für Violine und Klavier.

Während die Sonate op. 38 von Johannes Brahms zu den recht bekannten Werken zählt und auch der Komponist Richard Strauss häufig in den Programmen auftritt, seien dem Komponisten und Erfinder Emanuel Moór einige besondere Worte gewidmet:

„Moór war meiner Meinung nach ein echtes Genie, einer der wirklich bedeutenden Komponisten dieses Jahrhunderts“, sagte kein geringerer als der weltberühmte Cellist Pablo Casals. Emanuel Moór wurde 1863 in Ungarn geboren und wuchs dort auf. Er lebte in Österreich-Ungarn, den USA und dann zwölf Jahre in England. Er zog schließlich in die Schweiz, wo er 1931 starb.

Moór war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. In seiner ersten Lebenshälfte wirkte er als erfolgreicher Komponist. Renommierte Musiker wie Alfred Cortot, Jacques Thibaud, Eugène Ysaÿe, Fritz Kreisler, Willem Mengelberg, Arthur Nikisch, Mieczyslaw Horszowski und andere spielten seine Werke. Er schrieb mehr als hundert Kompositionen: Opern, Sinfonien, Kammermusik.

Dass Pablo Casals Moór als ein „Genie“ ansah, bezeugte er, in dem er bei seinem Debüt in Wien ein Moór Cellokonzert spielte und Moór förderte.

Die Musik von Emanuel Moór zeichnet sich durch eine hoch expressive, ausgesprochen fantasievolle Harmonik und eine gesangliche Melodik aus. Die Musik verströmt Verve und berührt mit ihrer Kraft unmittelbar.

In der Mitte seines Lebens hörte Emanuel Moór auf zu komponieren und wurde Erfinder. Er hatte die Vision, den Klavierklang zu erweitern und neue Spielmöglichkeiten auf dem Klavier zu schaffen. Er entwickelte das Duplex Coupler Grand Piano. Pleyel, Bechstein, Steinway, Bösendorfer: Sie alle haben diesen Flügel gebaut und sahen darin Potenzial. Heute gibt es nur noch wenige spielbare Exemplare.

Der weltbekannte Dirigent Bruno Walter schrieb: „Ich zögere nicht einen Moment zu sagen, welch einen starken Eindruck der Moór-Flügel auf mich gemacht hat. Es ist nicht nur die nie für möglich gehaltene Fülle des Klangs, die durch die Kopplung und die Oktavierungen entsteht, sondern es ist vor allem der Stimulus für die Entstehung von neuer Klavierliteratur in Kombination mit den technischen Neuerungen, der den größten Eindruck auf mich gemacht hat.“

Der Pianist Wilhelm Backhaus schrieb über das Instrument: „Es ist die größte Errungenschaft im Klavierbau seit der Erfindung des Hammerflügels.“

David Stromberg, Violoncello

„Magie faszinierender Cellokünste“, „kontemplative Tiefe“, „Vorschein erfüllter ästhetischer Utopie“, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ über das Cellospiel von David Stromberg.

David Stromberg hat kürzlich beim Bayerischen Rundfunk eine CD mit Solo- und Kammermusikwerken von Emanuel Moór aufgenommen, sie kam beim Label Oehms Classics im April 2020 auf den Markt. Im Doppelkonzert für zwei Celli wurde er von den Nürnberger Symphonikern begleitet. Eine Sonate für Cello und Klavier spielte er mit der Pianistin Irina Zahharenkova ein, die auch in diesem CD Projekt den doppelmanualigen Flügel spielt.

In Kooperation mit Deutschlandradio Kultur erschien seine CD „Transition“ beim Label Ars Produktion. Er spielt gemeinsam mit den Solobläsern der Hamburger Philharmoniker das Cellokonzert von Schumann und die Rokoko-Variationen von Tschaikowski sowie weitere romantische Charakterstücke in seinen eigenen Bearbeitungen für Cello und Bläserquintett. Diese Bearbeitungen erscheinen im Sikorski Musikverlag. Diese CD wurde „CD der Woche“ beim SWR, begeisterte Rezensionen erfolgten beim NDR, SWR, Deutschlandradio Kultur und in Printmedien wie „Concerti“, „Die Welt“, Wiener Zeitung und dem Sonic Magazin.

Seine „Transition“ Musikprogramme führte David Stromberg beim Quedlinburger Musiksommer, bei den Kunst- und Kulturtagen Wetzlar, bei den Meßdorfer Musiktagen, im Teo Otto Theater Remscheid, beim internationalen Musikfest Lübeck, in Ravensburg, in Schloss Ismaning bei München, in Villach/Österreich und Neuenhagen bei Berlin auf. Des Weiteren gab es Recitals mit Bach Solosuiten, gab ein Gastspiel in der Bayerischen Akademie der schönen Künste in München, Kurse und Konzerte beim Orchesterzentrum Dortmund, ein Konzert in der Körber Stiftung Hamburg. Bei der Deutschen Woche des Goethe-Institutes in Tallinn (Estland) hat David Stromberg kürzlich das Bundesland Hamburg repräsentiert und Beethoven Sonaten aufgeführt.

David Stromberg absolvierte sein Violoncello-Studium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater in der Klasse von Prof. Wolfgang Mehlhorn sowie am Musikinstitut Schloss Edsberg in Stockholm bei Prof. Frans Helmerson. Wesentliche Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Boris Pergamentschikow, Ralph Kirshbaum, Wolfgang Boettcher, Dimitri Ferschtman, Siegfried Palm und Ralph Gothoni.

Aktuell widmet er sich der Aufnahme der Bach Suiten mit dem Barockcello. Die Suiten 1-5 sind bereits aufgenommen, die 6. Suite wird er auf einem fünfsaitigen Cello piccolo spielen. Mit Konzertauftritten auf dem Barockcello und der Interpretation zeitgenössischer Musik ist das künstlerische Wirken von David Stromberg weit gespannt.

http://www.davidstromberg.de

Im Winter 2021 haben Florian Uhlig und David Stromberg in Kooperation mit Deutschlandradio eine CD mit dem Duplex Coupler Grand Piano und Cello aufgenommen.

Florian Uhlig, Klavier

„Florian Uhlig spielt meisterhaft. Die Interpretationen lassen sich mit allerhöchsten Beispielen vergleichen. Bei dieser erstaunlich originellen CD handelt es sich um ein Ereignis.“ (Süddeutsche Zeitung)

So urteilte der Kritikerpapst Joachim Kaiser über eine im Jahr 2009 erschienene Einspielung mit Beethovens Klaviervariationen für das Label Hänssler CLASSIC. Seitdem veröffentlichte Florian Uhlig bei diesem Label rund 20 weitere Aufnahmen, die von der internationalen Fachpresse hoch gelobt und mit Auszeichnungen bedacht wurden (z.B. Preis der Deutschen Schallplattenkritik): das Gesamtwerk für Klavier und Orchester von Robert Schumann und Dmitri Schostakowitsch, Klavierkonzerte von Ravel, Poulenc, Françaix, Debussy und Penderecki, sowie das Gesamtwerk für Klavier solo von Ravel und Schumann. Insgesamt 15 CDs sind für den Schumann-Zyklus geplant, 12 sind bislang erschienen.

Florian Uhlig wurde in Düsseldorf geboren und gab mit zwölf Jahren seinen ersten Klavierabend. Er studierte am Royal College of Music und an der Royal Academy of Music in London, wo er seine Ausbildung mit dem Konzertexamen abschloss. Weitere wichtige Impulse erhielt er durch die Arbeit mit Peter Feuchtwanger und durch seine Promotion an der University of London über die Rolle des Interpreten im Kontext des musikalischen Gattungsbegriffs. Bei Florian Uhlig verbinden sich Gegensätze auf ungewöhnliche Art und Weise. Einerseits ist er in der deutschen Musiktradition verwurzelt, mit der man Ernsthaftigkeit, Stil und Struktur verbindet. Andererseits entwickelte er während seines jahrelangen Aufenthaltes in London einen individuelleren Umgang mit dem musikalischen Werk als auf dem „Kontinent“ üblich: pointierte Freiheiten, exzentrische Repertoire-Kombinationen und Neugier auf musikalische Raritäten.

Sein Orchesterdebüt gab Florian Uhlig 1997 im Londoner Barbican. Seitdem führt ihn eine rege Konzerttätigkeit in die bedeutendsten internationalen Säle. Er konzertiert mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Beijing Symphony Orchestra, der Deutschen Radio Philharmonie, der Dresdner Philharmonie, der Hong Kong Sinfonietta, dem Polnischen Radio-Sinfonieorchester, dem Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela, dem National Symphony Orchestra of Taiwan, dem Kammerorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Wiener Kammerorchester. Seine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit Dirigenten wie Krzysztof Penderecki, Josep Caballé, Claus Peter Flor, Eivind Gullberg Jensen, Kristjan Järvi, Michail Jurowski, Michael Sanderling und Gerard Schwarz.

Einladungen zu Festivals führten Florian Uhlig u.a. zu den Beethovenfestivals in Bonn und Warschau, zum Casals Festival, zu Lorin Maazels Castleton Festival, zum Menuhin Festival Gstaad, zum Hong Kong Arts Festival, zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, France Musique Paris, zum Schleswig-Holstein Musik Festival, zu den Schwetzinger Festspielen und den Wiener Festwochen.

Neben seiner solistischen Tätigkeit ist Florian Uhlig ein vielgefragter Kammermusiker und Liedpianist. Er war der letzte Partner des legendären Baritons Hermann Prey.

Im Jahr 2009 rief Florian Uhlig in Südafrika das Johannesburg International Mozart Festival ins Leben. Als Künstlerischer Leiter lenkt er seitdem die Geschicke dieses zweiwöchigen Festivals, das zusätzlich zu hochkarätig besetzten Symphonie-, Chor-, Kammer- und Solokonzerten wichtige Impulse im Bereich interdisziplinärer künstlerischer Projekte, zeitgenössischer Musik, sowie Jugendförderung und gesellschaftlicher Integration setzt.

2014 zum Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden ernannt, folgt Florian Uhlig ab Oktober 2019 einem Ruf an die Musikhochschule Lübeck. Er gibt Meisterkurse in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Hong Kong, Südkorea, China und in der Schweiz.

Im Mai 2015 wurde Florian Uhlig in London die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Music verliehen.

Ort: St. Laurentiuskirche

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