Ein Schönberger Musiksommer wie immer – und doch nicht wie immer

Ein Musikfest dieser Größenordnung ist an und für sich für eine kleine mecklenburgische Stadt schon etwas Besonderes. Doch ist es dies in diesem Jahr umso mehr gewesen, denn bis kurz vor Beginn war nicht klar, ob überhaupt, und wenn, wie und auf welche Weise der 35. Schönberger Musiksommer stattfinden kann.
 
Er hat stattgefunden, und wie!
 
Die ersten Töne gehörten den Kindern, die sich zu den SOS-Kinderkonzerten einfanden. Die letzten gehörten nun dem hauseigenen Chor, der auch sonst an einem der Portale eines jeden Schönberger Musiksommers seine eigenen Produktionen ins Programm einbrachte. Mit Liszts „Missa choralis“ beendete er nach langer Zwangspause eine schwierige Probenphase über den Sommer mit stark begrenzten Probenzeiten und wenig „hörsamen“ Abständen zwischen den Sänger*innen.
 
Während der laufenden Spielzeit ergaben sich glücklicherweise keine Änderungen mehr gegenüber der Planung. Die Konzerte beschränkten bzw. verdichteten sich zumeist von vornherein auf ein Format ohne Pause, auch das beliebte Catering mit Laurentius-Taler und Getränk fiel in diesem Jahr aus.
 
Mit insgesamt über 30 Veranstaltungen war der 35. Schönberger Musiksommer gegenüber anderen Spielzeiten von großer Ereignisdichte: das „Instrument des Jahres“, die Orgel, wurde mit fünf extra Konzerten bedacht, es gab das „Auswärtsspiel mit Brass Appeal“, den musikalischen Gottesdienst, den Stummfilmabend und die Ausstellung „Monte Bello", einen Gesprächsabend mit Gästen aus der Kunstszene, viel Kammermusik und sogar ein zweimanualiges Klavier.
 
Doch kurz vor Beginn der Spielzeit 2021 wurde klar: das Landesjugendorchester würde nicht kommen können, ebenso die Jugendkantorei aus Frankfurt-Lebus, auf die wir uns eigentlich schon im vorigen Jahr gefreut hatten.
 
Doch: „Wir sind wieder da“, titulierten wir unseren Beginn im Juni, und es stimmte: Wir waren wieder da, und wir konnten auch bis zum Schluss dableiben – Corona hatte wohl ein Einsehen… Oder sagen wir besser: alle unsere Vorsichtsmaßnahmen waren nicht vergebens.
 
Was bleibt, ist eine schöne Erinnerung an unvergessliche Abende: die Spielfreude der auftretenden Künstler*innen war besonders groß nach der langen Zeit der Abstinenz und übertrug sich so sehr leicht auf alle Menschen im Raum. Selten war Publikum so durchgängig konzentriert wie in diesem Jahr, oft gab es Zuspruch in dem Sinne: „Schön, dass ihr da seid!“

Dies macht Mut und verleiht Schwung für kommende Zeiten. Es wird dauern, aber wir sehen den 36. Schönberger Musiksommer vor uns, und möglichst viele möglichst unbeschwerte sollen nun folgen. 

Foto: Heiko Preller

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