Einweihung des erneuerten Geläutes

Das Jubiläumsjahr „800 Jahre Schönberg“ endet nicht nur mit einem Paukenschlag, sondern mit Glockenschlägen. Wie es in einem bekannten Weihnachtslied heißt: „Süßer die Glocken nie klingen als zur Weihnachtszeit“, so ist als ein besonderer Höhepunkt der zu Ende gehenden Feierlichkeiten zweifellos die Einweihung des erneuerten Geläutes von St. Laurentius am bevorstehenden 4. Advent anzusehen. Denn pünktlich zur Weihnachtszeit und ab da für hoffentlich die nächsten acht Jahrhunderte werden die beiden neuen Glocken gemeinsam mit den historischen alten das Klangbild der Maurine-Stadt prägen. 

Wir erinnern uns: 1917 wurden im Zuge der Rüstungsbeschaffung im 1. Weltkrieg zwei der Läuteglocken beschlagnahmt und zerstört. Genau einhundert Jahre später, 2017, begann die Spendenaktion, an der sich viele Bürgerinnen und Bürger – ob Kirchenmitglied oder nicht – beteiligten. Auch Menschen aus der Ferne nahmen Anteil an dem Projekt. Ziel: zur 800-Jahrfeier sollte wenigstens eine der beiden verlorenen Glocken ersetzt sein. Aber es gelang, beide in Auftrag geben zu können: über 30.000 Euro wurden gesammelt! 

Im Mai wurde dann unter großer öffentlicher Anteilnahme die kleinere der beiden neuen Glocken auf dem Kirchplatz in Schönberg von Simon Laudy (Finsterwolde, Niederlande) und seinen Helfern gegossen. Der dann avisierte Termin für die Komplettierung musste dann aber krankheitshalber verschoben werden. Nun ist es aber soweit. Nachdem Ende Oktober die größere der beiden neuen Glocken erfolgreich in den Niederlanden gegossen wurde, konnte im November der Einbau in den historischen Glockenstuhl im Turm der St.-Laurentius-Kirche erfolgen. 

Am Sonntag, 4. Advent, 22. Dezember 2019 wird in einem festlichen und musikalisch ausgestalteten Gottesdienst um 14 Uhr das wieder hergestellte Geläut in den Dienst genommen. Es wird Gelegenheit geben, die Glocken einzeln und in den verschiedenen Kombinationen zu hören. 

Während die kleinere Glocke einen Satz aus dem Vater-unser aufgreift, läutet nach der bewegten Geschichte Europas, die auch vor dem Schönberger Glockenturm nicht haltmachte, die größere um Frieden. In vielerlei Sprachen der Erdteile ist die Bitte um Frieden auf der Glocke zu lesen. Da fügt es sich gut, dass diese beiden neuen Glocken von einem Glockengießer aus einem ehemaligem „Feindesland“ gegossen wurden. Ihr Klang verbindet sich mit unseren schönen alten Glocken von 1601 und 1728, Werke von Wismarer bzw. Lübecker Meistern. 

 

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