Abschlußkonzert des 30. Schönberger Musiksommers „Credo“

SAMSTAG, 01. OKTOBER 2016, 20:00 Uhr
 
Bachs h-moll-Messe erklang in Schönberg bereits drei Male. Sie ist ein Kosmos, der sich zwar interpretieren, aber kaum musikalisch kommentieren lässt. Im Abschlusskonzert mit dem Titel „Credo“ wird das Credo als einzelnes Werk aufgeführt, ein Verfahren, dessen sich schon Bachs Sohn Carl Philipp Emmanuel bedient hatte. Dies eröffnet die Möglichkeit, dieser Musik andere Musik zur Seite zu stellen. Im „Crucifixus“ greift Bach selbst auf ein frühes Werk seiner Hand zurück: die Kantate 12 „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“. Dieser Zusammenhang war für Liszt bedeutsam, der ein Orgelwerk über das Grundthema schrieb. In Verbindung mit einer modernen Credo-Komposition von Arvo Pärt erlaubt das Programm das sich Herantasten an die Komplexe Thematik eines (des?) Glaubensbekenntnisses. Doch gleichzeitig ist es auch einfach: wir sitzen in der Kirche und hören Musik. Musik allerdings, die mehr ist, ja: die etwas anderes ist, als bloße Verzierung; die über sich hinausweist und uns eine Welt eröffnet weit über einen (den?) Sommer hinaus. Es will scheinen, dass der Kosmos überschaubarer wird, doch umso mehr vermögen wir zu staunen!
Schönberg und Ratzeburg, insbesondere Kirche und Dom, verbindet eine lange Geschichte. Wir freuen uns auf den Besuch der Ratzeburger Dommusik!
 
Arvo Pärt: Credo aus der Berliner Messe
Johann Sebastian Bach: "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" Kantate BWV 12,
Franz Liszt: "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen"
Johann Sebastian Bach: Credo aus der Messe h-Moll BWV 232/II
Marie Luise Werneburg (Sopran I), Brita Rehsöft (Sopran II), Sunniva Eliassen (Alt), Michael Schaffrath (Tenor), Clemens Heidrich (Bass), Ratzeburger Domchor, Telemannisches Collegium Michaelstein, KMD Christoph D. Minke (Orgel), Leitung: Christian Skobowsky
 
Foto: Heiko Preller

Zurück