Was uns bewegt - Schönberger Musiksommer; Foto: Heiko Preller
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Menschen, Musik und Begegnungen


Karsten Lessing im Interview

Der Schönberger Musiksommer in Mecklenburg Vorpommern existiert seit 30 Jahren und spannt inhaltlich einen Bogen von klassischer/geistlicher Musik bis zu experimentellen zeitgenössischen Konzerten.

Seit 2005 ist Karsten Lessing Konzertmanager des Schönberger Musiksommers unter der künstlerischen Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Christoph D. Minke. Grund genug mal nachzufragen, wie es denn um die Arbeit steht.

Heiko PRELLER: 
Karsten, Schönberger Musiksommer. Warum kümmerst du dich darum? Und wie bist du dazu gekommen?

KARSTEN LESSING:
Ich setze mich hier in Schönberg ein weil ich davon überzeugt bin, dass wir ein gutes Kulturangebot machen und gesellschaftspolitisch damit Position beziehen. Wir holen die Kultur in die Pampa. Wir sind hier und machen unser Programm auch für hier.
Von den überzeugtesten Atheisten, die das Vater unser manchmal besser können als alle andern, bis katholisch gibt es viele bunte Leute in Schönberg. Da kommt natürlich trotzdem Publikum aus Lübeck, Rostock und Schwerin. Aber unser Programm soll eben auch für Oma Meyer sein!
Oma Meyer soll auch kommen wenn Jazz in der Kirche ist, und Oma Meyer kommt dann auch. Und Oma Meyer hat kein Auto um nach Grevesmühlen zu fahren, aber nach Schönberg kommt sie.

Heiko PRELLER:
Aber der Weg ist ja lang, bis man sagen kann, es gibt den Schönberger Musiksommer. Was wurde in den letzten Jahren alles getan?

KARSTEN LESSING:
Wir haben mittlerweile ein sinnvolles Marketing geschaffen, haben für ein einheitliches Erscheinungsbild gesorgt, unser Logo stetig weiter entwickelt, die Programmhefte und die ersten Webseiten gestaltet. Dinge wie in eine Datenbank eingepflegte e-mail-Adressen für den Newsletterversand, ein Büro, die ganze Infrastruktur, das war ja alles lange gar nicht existent.
Jetzt haben wir auch einen Online-Kartenverkauf, unsere Internet-Werte steigen, wir haben eine Facebook-Seite, wir sind auf diversen Internet-Plattformen vertreten, so nimmt unsere Online-Präsenz ständig zu. Und das ist wichtig, denn die Aufmerksamkeit für Gedrucktes nimmt immer weiter ab.

Heiko PRELLER:
Und wer kommt dieses Jahr so alles?

KARSTEN LESSING:
Toon Fret, Silke Aichhorn, das sind Leute, die gut sind, ideenreich und aber auch sympathisch. Oder Sjaella, manchmal gibt es auch zwischen Helfern des Musiksommers und Künstlern eine persönliche Verbindung. Dann kommen die auch schon mal öfter.
Wir haben auch ganz oft Musiker, die gerade so im Werden sind, die wir mitunter in 5 Jahren gar nicht mehr bezahlen können. Aber vielleicht kommen die in 5 Jahren doch wieder zu uns, weil sie sagen, wir waren bei euch schon, da waren wir noch No Names in der Szene.

Heiko PRELLER: 
Was hat es mit den Kinderkonzerten auf sich?

KARSTEN LESSING:
Kinder sind die, an die wir später mal den Staffeltab weiterreichen. Was gibt es also Wichtigeres als gerade für Kinder Kultur zu machen?
Wir fragen unsere Leute aus dem laufenden Programm, ob sie Kinderkonzerte machen können. Selbst wenn die das noch nie gemacht haben. Wir sagen denen Altersgruppe und Struktur, usw., und dann können die sagen: ja oder nein.
Kinderkonzerte anzubieten ist immer eines der schwierigsten Programmpunkte im ganzen Musiksommer. Weil Kinder gnadenlos sind. Instinktiv weiß ein Kind was gut oder schlecht ist. Du kannst da dem Kind nichts vormachen. Wenn du also künstlerisch unter der Latte durchfliegst, dann kriegst du das nicht mehr hin.
Also sagen wir: nur das Beste ist dafür gerade gut genug. Das heißt, wir haben fast immer eine Uraufführung bei uns speziell für Kinder. Damit können wir dann auch eine ganz andere Intensität erzeugen.

Heiko PRELLER: 
Was ist besonders bemerkenswert in Eurem Programm, was sind die Highlights?

KARSTEN LESSING:
Clara Haberkamp ist cool, Einstein ist cool, das Naghash-Ensemble ist cool, Silke Aichhorn ist cool, die Dienstage kannst du durchdeklinieren von vorne bis hinten, nicht ein einziger ist dabei wo ich sage, da wirst du rausgehen und sagen, das hat dir nicht gefallen. Du kannst zu jedem Konzert gehen und wirst sagen: habe ich vielleicht nicht erwartet, aber hat mir gefallen.

Heiko PRELLER:
Das klingt alles sehr überzeugend und lebendig…

KARSTEN LESSING:
Wir sagen auch immer wieder: wir wollen Spaß haben mit den Konzerten. Das haben wir in der Regel auch. Wenn´s mal schief geht haben wir ja die Gelegenheit, es bei der Auswahl mit den Konzerten nächstes Mal besser zu machen.

Heiko PRELLER:
Und zum Schluß: was hörst Du gerne selber, wenn Du nicht für den Musiksommer arbeitest?

KARSTEN LESSING: 
Ich höre gerne Bach und Jazz. Was ich nicht gerne höre ist Popkram, das finde ich langweilig. Ich schalte dann häufig aus. Ich habe mir zu Studienzeiten ein ganzes CD Regal voll zugelegt mit coolen Sachen, leider habe ich kaum noch Zeit dafür…

Heiko PRELLER:
Vielen Dank Karsten. Und einen schönen lebendigen und vor allem einen erfolgreichen Musiksommer wünsche ich.

Ein herzliches Willkommen ...

Liebe Besucherinnen und Besucher!

Als 1987 zum ersten Mal eine Reihe von Musiken unter dem Namen „Schönberger Musiksommer“ an den Start gingen, war dies eine Standortbestimmung. Schönberg – die kleine Stadt nahe der Grenze, mit großer Geschichte und großer Kirche, deren Renovierung beginnen sollte.
Musik – ähnlich Licht eine Erscheinung, die große Räume zu füllen vermag, kreative Leere deutlich werden lässt, Gemüter erhellt. Sommer – die Zeit der Sehnsucht und Erfüllung, Wärme, Sonne, samtblaue Nächte.

All das wurde in den letzten 30 Jahren Realität. Menschen bekennen sich zum Ort, zur Kirche, zur Musik und zur Sehnsucht: die Suche nach dem Ersehnten. Gemeinsames Tun wird zum gemeinsamen Genießen. Hören und Schauen. Etwas zum Denken gibt es dazu. 

Seien Sie wieder – oder gern auch ganz neu – dabei! Besuchen Sie unsere Konzerte, ob als Urlauber an der Ostsee oder in Boltenhaben oder als Bewohner der Regionen Herzogtum Lauenburg, Lübeck oder Nordwestmecklenburg. Sie sind alle herzlich willkommen!

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