Was uns bewegt - Schönberger Musiksommer; Foto: Heiko Preller

Menschen, Musik und Begegnungen


Himmel aus Papier

Eine Arbeit aus Chinapapier, Tusche, Klammern und Koffer

HIMMEL AUS PAPIER
Chinapapier, Tusche, Klammern, Koffer
GERIT LOESCHNIK, Wien

Gerit Loeschnik packte einen Koffer mit fiktiven Habseligkeiten. Der Koffer gehörte einer durch Giftgas ermordeten Verwandten und wurde der Künstlerin von deren Ururenkel überlassen.
Die Kleidungsstücke, aus feinstem Chinapapier zusammengefügt, mit Tusche bemalt, mit Klammern zusammengeheftet, sind wie Abdrücke, Schatten, die die vergangene Anwesenheit von Personen bezeugen.
Gerit Loeschnik erinnert mit ihrer Arbeit an den Vater, der als Kind aus Jugoslawien fliehen musste - und an Menschen, die als Kinder den Krieg überlebt haben.

Der Klostergarten in Rehna

Was treibt der Leibhaftige im Garten des früheren Nonnenklosters? Er gehört zum Stammpersonal in den Geschichten von Elke Lenschow. Die Gartenbauingenieurin und Kräuterpädagogin erklärt die Symbolik, Geschichte und Heilkraft der etwa 200 Pflanzen, die seit 2004 im Klostergarten Rehna grünen, blühen und duften. 

Das Johanniskraut zum Beispiel. Seine kleinen gelben Sternchenblüten sind ein Hingucker (und nicht zu verwechseln mit dem bösen Jakobskreuzkraut). Johanniskraut ist als Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen bekannt. Im Mittelalter interpretierte man die Wirkung so: Das Kraut vertreibe böse Geister und gar den Teufel selbst. Elke Lenschow hält ein Blatt des Krautes gegen die Sonne, man sieht winzige Löcher. „Der Sage nach stammen die vom Teufel, der aus Bosheit über die Macht, die dieses Kraut über ihn hat, die Blätter mit Nadeln zerstochen haben soll.“ Dann reibt sie mit dem Finger am Stiel, er färbt sich rötlich. „Der Legende nach wuchsen unter dem Kreuz Christi einige Johanniskrautstängel, die die Blutstropfen Christi mit ihren Blüten auffingen. Daher auch der Name Blut Jesu Christi.“ Bleibt noch zu erwähnen, dass das Öl zur Wundheilung eingesetzt wird.

Gärten gehörten seit jeher zu Klöstern wie der Apfel zum Paradies. Die Rehnaer Nonnen nutzten ihren Garten für die Gewinnung von Elixieren zur Behandlung von inneren und äußeren Erkrankungen. Nach der Säkularisierung verfielen die Anlagen, bestehende Gebäude wurden zu DDR-Zeiten anderweitig genutzt. Seit 1998 holt ein rühriger Klosterverein die Anlage aus dem Dornröschenschlaf, belebt sie mit Festen und hochkarätigen Konzerten im ehemaligen Nonnengarten. 2004 wurde der Klostergarten angelegt, der an die Ursprünge der Gartenkultur in Deutschland erinnern soll. Etwa 200 zum Teil seltene Pflanzen, von Alant bis Zitronenmelisse, wurden angebaut.

Herzstück ist der Vier-Themen-Garten mit Heilpflanzen-, Duftpflanzen-, Blütengarten sowie dem Bibelgarten mit Symbolpflanzen - und in der Mitte steht symbolhaft ein Apfelbaum. 2009 wurde die Anlage um einen Hildegard-von-Bingen-Garten erweitert mit Pflanzen, die die Äbtissin speziell für ihre Heilmethoden nutzte. 2013 kam ein Bienenstand dazu. Der Rehnaer Pastor und passionierte Hobbyimker Andreas Ortlieb demonstriert in Seminaren für Erwachsene und Kinder die Bedeutung der Bienen im Ökosystem und der Bienenwachsproduktion zur Klosterzeit. Wer sich abhärten will, geht durch das Kneipp-Becken gleich neben dem Garten, der aus einem artesischen Brunnen gespeist wird.

Mehr Infos über das Kloster und Führungen: www.kloster-rehna.com

Petra Haase

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